Auf historischen Wegen über den Galgenberg

Die Himmelfahrtswanderung der Soldatenkameradschaft Kornbach stand in diesem Jahr ganz im Zeichen des 700-jährigen Jubiläums. Die Tour startete am Anger in Kornbach und führte an der Gallowayweide vorbei zum „Staafelsla“ (Steinfelslein) und weiter zum Sechsämergrenzstein am Hammerweiher. 

Grenzstein, Sechsämter, Grenze, Knopfhammer

Über die Bedeutung der darauf eingemeißelten Buchstaben „GLS“ und die leider beschädigte Jahreszahl haben sich schon viele den Kopf zerbrochen, so auch die Wanderguppe aus Kornbach.
Am nahen Knopfhammer weiß Karl Herold vom Ende des dortigen Hammerwerkes zu erzählen und zeigt die Mauerreste der Schmiede.

Auf dem Weg zum Haideschlösschen führt er die Wanderer zum seiner Meinung nach „schönsten Wasserfall im Fichtelgebirge“. Der Kornbach rauscht hier über zahlreiche Granitfindlinge Richtung Gefrees. 
Der Platz, wo in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts laut alter Aufzeichnungen eine Befestigung mit Turm gestanden haben soll, ist gut im Wald  versteckt. Heinz Herold weiß aus historischen Quellen, dass das „Haideschlösschen“ wohl als Grenzmarkierung für die Herrschaft Rudolfstein-Weißenstadt gedient haben könnte. Schon hundert Jahre später mag der Turmhügel wieder verlassen gewesen sein, da die Besitzverhältnisse sich änderten und damit auch der Grenzverlauf.
Der Weg zum Galgenberg führt über einen engen Pfad und umgestürzte Bäume. Aber die Anstrengung wird mit einem weiten Blick über das Gefreeser Becken belohnt. Nach einem Rechtsschwenk geht es Richtung Oberneuenreuth auf die Hohe Straße. Kurz zuvor an der Höhe am Waldrand soll der Gefreeser Galgen gestanden haben, in Sichtweite zur Stadt und der Kirche. Ob allerdings jemals dort ein Verurteilter zu Tode gebracht wurde ist nicht bekannt.
Einige alte Grenzsteine am Wegesrand zeugen vom Verlauf der alten Handelsstraße, über die früher die Fuhrwerke bis Eger oder hinauf nach Leipzig unterwegs waren. Auch das Heer Napoleons soll hier durchgezogen sein. 
In Oberneuenreuth, im schön hergerichteten Hof der Familie Stöckert, macht die Wandergruppe Rast. Veteranenvorstand Heinz Herold hat eine zünftige Brotzeit vorbereitet.
Über die Hohe Straße durchs Kornbächlein geht es zurück nach Kornbach. Durch die geschichtlichen Erklärungen bekamen Details, die der Unkundige leicht übersieht, plötzlich Bedeutung : Eine Stelle im Wald, wo früher Oleum abgebaut wurde, die unterschiedlichen Gesteinsvorkommen auf der linken und rechten Seite des Kornbachs, Wellen oder Fahrspuren im Waldboden, die von Ausweichstellen an der alten Handelsstraße zeugen und dergleichen mehr.
700 Jahre Geschichte haben auch in der Gegend um Kornbach ihre Spuren hinterlassen. Manchmal muss man nur etwas suchen. 
(Mehr Fotos: Himmelfahrtswanderung 2017)
ph

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