Dem Borkenkäfer den Kampf angesagt

Forstoberinspektor J√ľrgen Wohlfarth vom Amt f√ľr Landwirtschaft und Forsten kam am 17. September auf Anregung von Ortssprecher Harald Sch√∂ffel zu einer¬† Informationsveranstaltung √ľber den Feind aller Waldbesitzer, den Borkenk√§fer, nach Kornbach. Beteiligt waren auch die Waldbauernvereinigungen M√ľnchberg und Bayreuth.

Die Themen waren: 
‚ÄĘ Vom Borkenk√§fer befallene Fichten richtig erkennen
‚ÄĘ Bohrmehlsuche, Harzausfluss
‚ÄĘ Biologie des Borkenk√§fers
‚ÄĘ Vorsichts- und Schutzma√ünahmen
‚ÄĘ Holzmarktlage allgemein

Das Interesse war groß. Ca. 40 Waldbesitzer kamen nach Kornbach, um sich zu informieren.

F√∂rster Wohlfahrt machte darauf aufmerksam, dass sich die K√§ferpopulation bei z√ľgigem Abtransport aus dem Wald nicht explosionsartig vermehren kann. Wird nicht vom Waldbesitzer eingegriffen, kann ein K√§ferweibchen im Jahr 100000 Nachkommen haben.

Ab 600 anfliegenden Brutpaaren kann auch ein gesunder Baum nicht gen√ľgend Harz produzieren, um die K√§fer abzuwehren. Dann wird es f√ľr den Baum gef√§hrlich – die K√§fer k√∂nnen sich einbohren und unterbrechen die Nahrungsversorgung.
Erst geschieht dies im oberen Bereich des Baumes, wo die √Ąste anfangen (Buchdruckerbefall). Erst sp√§ter bohrt sich der K√§fer im unteren Bereich des Stammes ein.

Der Buchdrucker oder Großer achtzähniger Fichtenborkenkäfer (Ips typographus) ist eine Käferart aus der Unterfamilie der Borkenkäfer. Er gilt als ein bedeutender Forstschädling.  Quelle: Wikipedia

Wo im Vorjahr bereits K√§fernester waren oder Holz vom Winter liegen geblieben ist, soll der Waldbesitzer ab April – Mai und vor allem im Juni und Juli verst√§rkt auf Bohrmehl einbohrender K√§fer kontrollieren. Wo bereits ein Buchdrucker eingebohrt hat, ist der Baum nicht mehr zu retten. Er muss gef√§llt werden, auch wenn er noch eine gr√ľne Krone hat.
Wenn bereits die Rinde vom Baum abfällt ist es eigentlich schon zu spät. Dann kann nur noch kontrolliert werden, ob der Käfer noch in anderen Stammteilen steckt oder bereits in andere Bäume ausgeflogen ist.

Der Kupferstecher, auch Gew√∂hnlicher Kupferstecher oder Sechsz√§hniger Fichtenborkenk√§fer genannt, ist ein R√ľsselk√§fer aus der Unterfamilie der Borkenk√§fer. Quelle: Wikipedia

In diesem Jahr ist vor allem im Herbst auch bei großen Bäumen verstärkter Befall von Kupferstechern im Kronenbereich zu beobachten.
Diese lassen starke B√§ume zwar nicht gleich absterben, ziehen aber meist den Buchdrucker f√ľr das st√§rkere Holz nach sich.
Wer jetzt noch die K√§ferb√§ume aus dem Wald schafft, verhindert das Verbleiben der Sch√§dlinge im Holz, in der Streu und im Boden, und beugt so einem weiteren Befall im Fr√ľhjahr/Sommer n√§chsten Jahres vor.
Es liege auch ein erheblicher finanzieller Verlust bei zu sp√§tem F√§llen der befallenen B√§ume vor, da am Anfang nur der obere Teil, sp√§ter aber der gesamte Stamm mit einem Abschlag von ca. 20,- ‚ā¨/ Festmeter bezahlt werde. Dies k√∂nne einen Unterschied bei einem Baum von ca. 30 bis 40 ‚ā¨ ausmachen, so Wohlfarth.

HSch